Das Weingebiet

Wir befinden uns hier im nördlichen Burgenland, am Westufer des Neusiedler Sees. Mit rund 320 km² Fläche ist der westlichste Steppensee Europas auch der größte See Österreichs – und als „Temperaturregler“ ganz wichtig für den Weinbau in unserer Region, die Teil der der pannonischen Tiefebene ist. Entstanden ist sie vor Millionen Jahren durch das Austrocknen des pannonischen Meeres und hat die Basis für die Böden gebildet. Der „Ruster Schotter“ ist eine besondere Bodenform, bestehend aus lehmigem Sand, Kalk und Urgestein. Manchmal findet man noch Ammoniten in den Steinen eingeschlossen. Auch die Bernsteinstraße, eine wichtige antike Handelsroute, hat ihre Spuren hinterlassen – in Form von Tonscherben.

 

Unsere Weingärten, insgesamt rund 10 Hektar, verteilen sich über die sanften Hänge des Ruster Hügellandes. Sie sind nach Süd-Osten ausgerichtet und haben Sonnenschein vom Morgen bis zum Abend. Der älteste Weingarten wurde 1955 gepflanzt, der jüngste in der Riede Vogelsang im Jahr 2013. Wir betreuen ein relativ breites Sortenspektrum, mit Welschriesling, Weißburgunder, Grauburgunder, Furmint, Gelbem Muskateller, Sauvignon Blanc, Chardonnay, Blaufränkisch und Zweigelt.

 

Viele fleißige Helfer ernten die Trauben ausschließlich von Hand. Für die trockenen Weißweine werden sie gerebelt (entrappt) und gepresst, über Nacht setzen sich die Trubteile ab. Anschließend vergären sie bei einer Temperatur von 19 bis 20 °C und bleiben danach noch einige Zeit auf der Hefe, wodurch sie ihren typischen Charakter und Stil entwickeln. Die Rotweine werden bei 29 °C vergoren und liegen danach etwa 14 Tage auf den Schalen, bevor sie sanft gepresst werden. Anschließend reifen sie 9 Monate (Zweigelt) bzw. 14 Monate (Blaufränkisch) in großen Eichenfässern im Weinkeller.

 

Die Stars in unserem Keller sind die „Sugar Babys“, edelsüße Weine, speziell der „Ruster Ausbruch“. Dafür verwenden wir die zu Rosinen geschrumpfte Beeren, die von Botrytis befallen sind. Wir ernten sie aus den besten Weißweingärten und lassen sie vor dem Pressen einige Stunden stehen. Die Moste vergären meist 3 bis 4 Monate bis zu einem Alkoholgehalt von 10 bis 12 % vol. Danach bleiben sie zwei Jahre in kleinen Akazienfässern, bevor wir sie auf den Markt bringen.

 

Übrigens: Die Bezeichnung „Ausbruch“ ist weingesetzlich im Sinne einer geschützten Herkunft für Trockenbeerenauslesen aus der Freistadt Rust reserviert.